Letzte Aktualisierung: 19.02.2011 Sächsische Schweiz Portal

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Das Kirnitzschtal

 

Das Tal der Kirnitzsch oder wie die Einheimischen sagen, das Kirnitzschtal , mitten im Nationalpark Sächsische Schweiz gelegen, ist eines der schönsten und romantischsten Täler der Region. Mit den zahlreichen Mühlen, die heute größtenteils gastronomische Betreuung bieten, sind neben einer einmaligen Landschaft viele bautechnisch interessante Gebäude erhalten.

 

 
 

 

       

 

 

         
 
             
 
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Seit 1898 verkehrt die Kirnitzschtalbahn auf der Strecke von 7,8 Kilometer von Bad Schandau bis zum Lichtenhainer Wasserfall. Bisher hat sie mehr als 20 Millionen (1953 maximal 57.800) Touristen, Urlauber, aber auch Berufstätige aus der Umgebung befördert. Nach Eröffnung des Dampfschiffverkehrs (1837) sowie der Eisenbahnen (1877) erleichtert sie nun über 80 Jahre den Besuch des Kuhstall, Winterberggebietes sowie der hinteren Sächsischen Schweiz. Sie stellt, ebenso wie die Thüringerwaldbahn Gotha-Tabarz, eine lokale Attraktion für den Tourismus da.

 
 
 
 

Eine Besonderheit die ihresgleichen in Deutschland sucht, ist die Kirnitzschtalbahn. Im Jahr 1898 gebaut, fährt diese Straßenbahn von Bad Schandau bis zum Lichtenhainer Wasserfall. Mit historischen wagen, die liebevoll restauriert und für den Fahrbetrieb in Ordnung gehalten sind, kann der Gast durch das Tal hin zu den verschiedenen Ausflugszielen fahren. Die Straße wurde 2004 mit erheblichen bautechnischen Aufwand in Sand gesetzt.

Das Tal selbst ist zu jeder Jahreszeit mit seinen wechselnden Ansichten von wilder Schönheit. Im Herbstlicht, wenn gelbe, braune und rote Farbtöne das Bild bestimmen, wird der Wechsel von Licht und Schatten, von Wiesen und Wäldern, Bergen und ebenen Flächen zum Erlebnis.

Der Wanderer ist eingeladen von den Haltepunkten der Straßenbahn aus die zahlreichen gut ausgeschilderten Wanderwege zu nutzen. Die Gaststätten und kleinen Pensionen laden zum Verweilen ein. Die Angebote reichen von denen für den Rucksacktouristen bis hin zu denen für den Pensionär.

 

 

Die Kirnitzschtalbahn ist wohl die einzige Straßenbahn in Deutschland, die unmittelbar durch einen Nationalpark fährt.
 
           
   

Dem Flusslauf folgend wollen wir eine gemeinsame virtuelle Reise durch das Tal der Kirnitzsch von der Quelle bis zur Mündung unternehmen.

 

 Die Staumauer der Oberen Schleuse.

Obere Schleuse

Die Kirnitzsch entspringt bei Studánka (Schönborn) in Nordböhmen und mündet nach etwa 45 Kilometer langem Lauf bei Bad Schandau in die Elbe. Ihren Namen erhielt sie von den slawischen Vorsiedlern Krn oder krne und bedeutet tiefer Einschnitt oder Wasserrinne.

Bereits 1410 wurde die Kirnitzsch als Grenzfluss erwähnt. Im Jahr 1580 durch eine hölzerne Sperre angestaut und zum Holz flößen genutzt, wurde das Holzwehr 1816 durch eine steinerne Staumauer ersetzt.

Bereits am 25.05.1879 wurde auf dem angestauten Wasser der wild romantischen „oberen Schleuse“ vom damaligen vaterländischen Gebirgsverein „Saxonia“ eine Bootsfahrt für „Sommerfrischler“ eröffnet.

Die Gesamtlänge der Fahrstrecke beträgt ca. 700 Meter. Die Wassertiefe am Einstieg beträgt ca. 1 Meter und am Ausstieg ca. 7 Meter.

 

Der Standort für die niedere Schleuse ist ausgezeichnet gewählt.

Die 32 Meter breite Staumauer hält bei einer Staulänge von 750 Metern beachtliche 28.000 Kubikmeter Flutwasser für die Holztrift zurück. Die Wasserpforte in der Schleusenmitte und die wilde Flut im linken Flügel des Stauwerkes funktionieren zuverlässig. Mit Einschieben oder Ziehen von Versatzhölzern wird noch heute der Wasserstand geregelt. Dazu, wie auch zum Korrigieren des driftenden Holzes, wird als unentbehrliches Werkzeug der Floßhaken verwendet. Das Schindel gedeckte Schleusenhäuschen über der Wasserpforte dient zur Aufbewahrung der Floßhaken.

Die niedere Schleuse ist seit ihrer Rekonstruktion wieder funktionsfähig. Der Stauraum ist allerdings teilweise verlandet. Zugunsten der in der Kirnitzsch lebenden Tierwelt wird heute auf einen Ausbau verzichtet. Das Stauwerk dient heute dem Hochwasserschutz für das Kirnitzschtal.

 

 

1663 ist an der Einmündung des kleinen Zschandes erstmals von einer Mühle die Rede. Der Name Felsenmühle taucht aber erst 1875 auf, nachdem beim Bau der Talstraße die kleine unscheinbare Mehl- und Brettermühle, die fast ausschließlich den Ottendorfer Bauern gedient hatte, bis auf das Wohnhaus, die heutige Gaststätte, abgerissen wurde und auf dem linken Bachufer neu errichtet worden war. Sie ist als Sägewerk bis heute in Betrieb.
 

 

Schon im 14. Jahrhundert hat an der Ausmündung des großen Zschand eine Mahl- und Schneidemühle als Zubehör der Felsenburg auf dem „Winterstein“, die 1379 erstmals urkundlich erwähnt wird, bestanden. Bis in die 70er Jahre des 19. Jahrhunderts hat es noch keine durchgehende Straße im Kirnitzschtal gegeben. Angeblich mussten die Mühlburschen die Bretter auf den Schultern bis zu den Ottendorfer Feldern tragen.

 

 Seit 1961 steht die Neumannmühle als technisches Denkmal der Produktions- und Verkehrsgeschichte unter Schutz. Die erhalten gebliebene Einrichtung zum Schleifen von Holz entspricht dem Stand von 1870. Nach erfolgter Rekonstruktion erinnert sie als Schauanlage gleichzeitig an den Erfinder des Holzschliffs, den Weber Friedrich Gottlob Keller (1816/75), der seinen Lebensabend in Krippen verbracht hat. Das erneuerte Mühlrad zeigt nach wie vor einen Durchmesser von 4,60 m.

 

 

In der in einer Talerweiterung liegenden Lichtenhainer Mühle, die im 15. Jahrhundert als Mahl- und Brettermühle Zubehör der Burgstätte „Wildenstein“ war, wurde in den letzten 100 Jahren die Holzschleiferei fabrikmäßig betrieben. Zwei Turbinen lieferten 300 PS und machte die Mühle zur stärksten im Kirnitzschtal. Das benötigte Holz wurde früher von den bis zu 175 Meter steilen Berghängen des Hausberges hinab gestoßen („gebloßt“ wie es im Volksmund hieß).

 
1852/53 war wurde am Lichtenhainer Wasserfall anstelle einer einfachen Rindenhütte das erste steinerne Wirtshaus im Schweizer Stil errichtet, das heute als Hotel und Gaststätte im Brennpunkt des Touristenverkehrs steht.

Der Lichtenhainer Dorfbach, der hier über mächtige Felsblöcke herabstürzt, hatte schon um 1830 eine ausziehbare Stauvorrichtung bekommen.

Haltestelle Lichtenhainer Wasserfall

Die Haltestelle "Lichtenhainer Wasserfall" ist die Endstation der Kirnitzschtalbahn. Sie liegt unmittelbar an dem gleichnamigen Gasthof.

 

Die Haltestelle "Beuthenfall" liegt am gleichnamigen Wasserfall. Die hier befindliche Gaststätte und Pension sind zur Zeit nicht in Betrieb.
Die Haltestelle "Forsthaus" liegt gegenüber dem gleichnamigen Hotel.
 
   
Von Bad Schandau kann der Gast mit der Straßenbahn bis zur Endhaltestelle Lichtenhainer Wasserfall fahren. Natürlich  besteht die Möglichkeit von jeder Haltestelle selbst gewählte wanderrouten in den Nationalpark zu unternehmen.

Haltestelle Bad Schandau

Die Haltestelle "Bad Schandau" liegt im Stadtpark zwischen der Kirnitzschtalstraße und der Kirnitzsch. In unmittelbarer Nähe befinden sich die Kirnitzschtalklinik, das Hotel Lindenhof und das Kulturzentrum.

 

Am Ufer der Kirnitzsch, nahe der Mündung in die Elbe wurde die Toskanatherme errichtet.